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8. Frauen- und Männerbilder

In der Abteilung Frauenportraits (8.1) sind Vorkriegskarten zusammengestellt, die das Ideal der wohlsituierten bürgerlichen Frau wiedergeben. Es sind wunderschöne Gesichter, umrahmt von dichtem Haar, behängt mit Ketten und Amuletten, das Haar geschmückt und die Schultern geziert mit Pelzen, kostbaren Spitzen und Blumen. Die Sicht des Mannes auf die Frau ist unverkennbar; exemplarisch zeigen das Beispiele, die den Blick auf das reizvolle Dekolleté und schöne Haut lenken, wofür die Foto-Serie der Schauspielerin Henny Porten (1890-1960) um 1918 beispielhaft ist. Auf Hände oder nackte Frauenschultern lassen sich auch schon einmal zarte Schmetterlinge nieder, und „reife Kirschen“ an Mund und Ohren sollen wohl zum Anbeißen verlocken.

„Hüte“ (8.2), vielfach mit üppigem Blumenschmuck obenauf, mutieren besonders im Jahr 1909 zu monströsen Kopfbedeckungen. Diese Mode persifliert der Berliner Verlag Liersch, indem er Fotos von garnierten Mülleimern, Kochtöpfen oder Papierkörben als letzten Schrei ankündigen läßt.
Pikant (8.3) sind unter anderem jene Bilder, welche Damen mit geschürztem Rock, verrutschem Trägerhemd, auf dem Sofa liegend oder in seinerzeit als gewagt geltenden Ballettposen darstellen, manchmal mit weichen, durchsichtigen Stoffen gewandet, unter welchen sich die Konturen des Körpers abzeichnen.

Blumenorakel („Er liebt mich, er liebt mich nicht“), Grüße „durch die Blume“ (8.4) oder eine schöne Gärtnerin verkünden „Herzensbotschaften“.
Zusätze wie „Dein für immer“ oder „In Treue dein“ (8.5) versichern dem Geliebten, daß er von einer idealen Gefährtin treu und sehnsüchtig erwartet wird.

Weniger engelhaft wirken einige auf Fotos einigermaßen realistisch abgebildeten Frauen (8.6), andere sind manchmal auch wohl mit einem Schuß Ironie dargestellt. Ratschläge für die treue Kameradin stammen bezeichnenderweise aus dem Jahr 1921, als nach dem Krieg sich ein anderes Frauenbild etablierte, mit neuen Möglichkeiten der Berufstätigkeit, Wahlrecht und - Bubikopf.

Männliche Portraits aus Vorkriegszeiten (8.7) tauchen wesentlich seltener auf als die von Frauen. In der Regel blicken die Herren ernsthaft und wirken bemüht, die Insignien ihres Berufes – als Politiker, Militär, Student, Kaufmann oder Ingenieur – herauszustellen. Es gibt auch die ironische Variante, bei welcher der Status als Junggeselle, Hausfreund, Schwiegersohn oder geschiedener Mann abgebildet und in Form von Spruchkarten konkretisiert wird. Schließlich veralbern etliche Bilder auch den feiernden oder alkoholisierten Mann (vgl. 1.2.1 und 11.1).
(Sabine Giesbrecht)

Category Albums Pictures
8.1 Frauen-Portraits 1 296
8.2 Hüte 1 63
8.3 Pikantes 1 98
8.4 Laßt Blumen sprechen 1 125
8.5 Ewig Dein 1 40
8.6 Die Kameradin 1 30
8.7 Männerbilder 1 37
8.8 Alltag und Arbeit 1 47