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2.2.4 Osnabrück und Umgebung

Osnabrück, Stadt an der Hase (2_2_4-031, -32 und -032m), zwischen Wiehengebirge und Teutoburger Wald gelegen, entstand um einen von Karl dem Großen um 780 gegründeten Bischofssitz. Er gründete auch eine Domschule, die der Ursprung des bis heute existierenden Gymnasium Carolinum ist (2_2_4-026, -027,- 027m). Der friesische Missionar Wiho ist erster Bischof von Osnabrück. Im 12. Jahrhundert wird die Stadt befestigt. Zu jener Zeit befreien sich die Bürger von der bischöflichen Herrschaft und bilden eine unabhängige Selbstverwaltung. 1171 erhält Osnabrück durch Kaiser Friedrich Barbarossa einen eigenen Gerichtsbezirk und gewinnt nun den Charakter einer Stadt im Rechtssinne. 1218 beginnt man mit dem Bau des Domes in seiner heutigen Form (2_2_4-002,-002mb,-002nba, -009, -009m). Im Zuge wirtschaftlichen Aufschwunges tritt die Stadt 1246 der Hanse bei.
Die Reformation hält 1543 Einzug in die Stadt und durchdringt kirchliche und gesellschaftliche Bereiche. Die erste evangelische Kirchenordnung von Hermann Bonnus tritt in Kraft, und die Marienkirche (2_2_4-010) sowie das Ratsgymnasium (2_2_4-022n) entwickeln sich zu Orten protestantischer Überzeugung.
Während des Dreißigjährigen Krieges wird Osnabrück von schwedischen Truppen belagert und baut seine Befestigungsanlagen aus (Vitischanze 2_2_4-008, -016). In Münster und Osnabrück beginnen 1641 erste Friedensverhandlungen, zu denen Gesandte aus fast allen europäischen Ländern zusammenkommen. Im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses (2_2_4- 000ma, -000mb) wird am 26. Oktober 1648 der „Westfälische Friede“ verkündet.
1650 bestimmt der Reichstag in Nürnberg, das Bistum Osnabrück solle abwechselnd von einem gewählten katholischen und einem lutherischen Bischof regiert werden. Der erste lutherische Bischof war Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg. Seine Residenz war die Iburg (2_2_4-45, -045m und -45n). Für sich und seine Gemahlin Sophie Charlotte lässt er das Osnabrücker Schloss (2_2_4-033, -034) bauen, dessen Hauptgebäude ab1673 bewohnbar ist
Bis 1802/03 gehört die Stadt dem Fürstbistum Osnabrück an, das durch den Reichsdeputationshauptausschuss aufgehoben wird. Damit wird die Stadt unter französische Besetzung gestellt. Nachdem Napoleon 1815 bei Waterloo/Belle Alliance endgültig geschlagen ist (Hegertor 2_2_4 -004, -004m, -007) fällt Osnabrück nach dem Wiener Kongress 1814/15 an das Königreich Hannover und nach 1866 an Preußen. 1899 errichten die Osnabrücker ein Reiterstandbild für Kaiser Wilhelm I. (2_2_4-006, -006l, -006m).
Unter dem Bürgermeister Carl Bertram Stüve (Denkmal 2_2_4-001) wird eine erste Eisenbahnlinie eröffnet, der spätere weitere folgen. Der heutige Hauptbahnhof (2_2_4-003) wurde 1895 in Betrieb genommen.
Unter Dr. Julius Rissmüller, der von 1901 bis 1927 Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister der Stadt ist (Rissmüllerplatz 2_2_4-011), wird 1906 eine elektrische Straßenbahn in Betrieb genommen und 1909 das neue Theater am Domhof eröffnet (2_2_4-005, -005a) . Eine Strasse (2_2_4-037) sowie das 1836 auf der Großen Domsfreiheit errichtete Denkmal erinnern an die Verdienste von Justus Möser, geb. 14.12.1720 in Osnabrück, gest. 8.1.1794 ebd., Jurist, Staatsmann, Literat und Historiker.
Der Erste Weltkrieg (Nagelfigur von Karl d. Gr.:13_3-016) und die nachfolgenden politischen Unruhen hinterlassen Spuren auch im sozialen Leben der Stadt. Mit dem Ende der Weimarer Republik und der Machtergreifung Adolf Hitlers am 30. Januar 1933 übernehmen die Nationalsozialisten die Macht in Osnabrück. Im Zweiten Weltkrieg wird die Innenstadt durch schwerste Bombardements zu 85 Prozent zerstört.
(Rainer Gößmann / Sabine Giesbrecht)

Literatur: Gerd Steinwascher (Hg.): Die Geschichte der Stadt Osnabrück, Osnabrück 2006.

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211 Bilder, letzte Aktualisierung am 20.Februar 2015