Intern

 Historische Bildpostkarten

 
Startseite Alben-Übersicht neueste Uploads Ihre Favoriten Suche
 
Startseite Herkunft und Anordnung / Leitvorstellungen der Sammlung

Herkunft und Anordnung / Leitvorstellungen der Sammlung

Netzbasierter Katalog von Bildpostkarten aus der Zeit zwischen 1895 und 1945

(Stand März 2014)

Das Bildarchiv mit dem Titel "Historische Bildpostkarten - Universität Osnabrück - Sammlung Prof. Dr. Sabine Giesbrecht" ist seit November 2010 Eigentum der Universitätsstiftung Osnabrück. Die Sammlung wird als Depositum in der Universitätsbibliothek Osnabrück verwahrt und von der Professur für Historische Musikwissenschaft des Instituts für Musikwissenschaft und Musikpädagogik betreut.

Die hier vorgestellten ca. 15.000 Postkarten sind seit etwa 1980 systematisch gesammelt und nach Inhalt und Aussagekraft ihrer Themen und Motive ausgewählt worden. Sie geben einen Einblick in das politische, soziale und ästhetische Denken der Zeit zwischen der Jahrhundertwende und dem Zweiten Weltkrieg. An vielen Beispielen wird deutlich, welche Aspekte des Lebens die Aufmerksamkeit auf sich gezogen und wofür sich zahlreiche Menschen interessiert haben.

Postkarten im eigentlichen Sinne gibt es seit 1870. Heinrich von Stephan (1831-1897), dessen Grabstätte, auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof zu Berlin, die Abbildung rechts zeigt, führte 1870 die Postkarte ein und gründete 1874 den "Weltpostverein". In großem Stil setzte sich dieses Kommunikationsmittel jedoch erst um 1900 durch. Höhepunkt der Produktion war die Zeit des Ersten Weltkrieges, die hier auch mit Feldpostkarten gut vertreten ist. In der Weimarer Republik und der NS-Zeit sank das Interesse und mit ihm die Anzahl der Karten. Daher sind vor allem die 30er und 40er Jahre nicht ganz so präsent wie die ersten beiden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft und des Zweiten Weltkrieges erzeugte einen derart gravierenden Einschnitt in die politischen und sozialen Verhältnisse Deutschlands, dass es sinnvoll und legitim erschien, die Sammlung nicht mehr über 1945 hinaus bis in die Nachkriegszeit fortzuführen.

Die Bilder dienen der Forschung und Lehre und sind mit dem Logo der Universität Osnabrück versehen. Die Leihscans der verschiedenen Kooperationspartner sind durch jeweils eigene Besitzervermerke gekennzeichnet, die anzeigen, wo die originalen Karten aufzufinden sind.


Kooperationspartner sind derzeit folgende Institutionen:

Bei Veröffentlichungen ist jeweils die Genehmigung der Universität Osnabrück und der entsprechenden Institution einzuholen.

Anordnung der Bilder

Formales Organisationsprinzip ist die Anordnung im Dezimalsystem nach 17 Haupt- und jeweils verschiedenen Untergruppen. Die Alben-Übersicht gibt Auskunft über die Anordnung der einzelnen Themenbereiche und damit über das inhaltliche Spektrum der Sammlung. Zur besseren Orientierung ist der Inhalt der Hauptrubriken jeweils vorab kommentiert.

Innerhalb der einzelnen Abteilungen gilt die fortlaufende numerische Zählung, welche eine eventuell darunter liegende alphabetische Reihenfolge überlagert. Kartenserien werden eigens gekennzeichnet.

Die Anordnung der Hauptgruppen folgt chronologischen Gesichtspunkten. Dieses Vorgehen resultiert aus der dem Projekt zugrunde liegenden Vorstellung, drei verschiedene politische Systeme, nämlich Kaiserzeit, Weimarer Republik und NS-Herrschaft, mit Hilfe der Postkarte zu illustrieren. Die Chronologie folgt in erster Linie der angegebenen Datierung wie auch der bildlichen Darstellung ggf. auch der Herstellungsart der Karten, die häufig eine grobe zeitliche Zuordnung zulassen.

Die Karten der Abteilungen 1 bis 11 stammen überwiegend aus der Vorkriegszeit bis 1913 und die der Nummern 12 bis 15 aus dem Ersten Weltkrieg und seiner Vorgeschichte. Die Rubriken 16 und 17 thematisieren die Weimarer Republik und die Zeit des Nationalsozialismus.

Die Chronologie ist jedoch als alleiniges Ordnungsprinzip zu grob. Alle Hauptgruppen sind daher systematisch nach Themen und Untergruppen binnendifferenziert. Benutzer müssen dabei in Kauf nehmen, dass beim Zusammentreffen der beiden Ordnungsprinzipien die Chronologie zeitweise durch die Systematik überlagert ist. Vor allem bei den musikbezogenen Rubriken 2 und 3 (Lieder und Komponisten), fallweise aber auch in anderen Themenbereichen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, ist die Systematik aus Gründen der Übersicht vorrangig und daher gerechtfertigt.

Leitvorstellungen zum Inhalt

Die Anzahl der vorhandenen Bildmotive der Zeit ist derart gross, dass an eine auch nur annähernde Vollständigkeit nicht zu denken ist. Die Auswahl ist nach folgenden Gesichtspunkten vorgenommen worden: Leitgedanke ist die Idee, "musikbezogenen" Karten den Vorzug zu geben, die sich in Abbildungen, freien Texten, einschlägigen Wort- und Noten-Zitaten auf Musik im weitesten Sinne beziehen. Karten dieses Typs befinden sich überwiegend in den Hauptgruppen 2-5; ihr Erscheinungsbild durchzieht aber auch andere Rubriken (vgl. 1.2, 1.2.1, 9.3, 13.4, 13.4.1, 13.4. 2, 17.2, 17.3, 17.3.1). Darüber hinaus sind einzelne Karten, die etwas mit Musik zu tun haben, in fast allen Abteilungen zu finden.

Ebenso wichtig für das Konzept der Sammlung ist die Dokumentation des sozialen und politischen Kontextes, in dem die Musikkultur in Erscheinung tritt. Das Musikleben soll als Teil des gesellschaftlichen Lebens veranschaulicht werden, das sich einerseits im engen Kreis des bürgerlichen Hauses, im Schutz der Familie und insbesondere der Frauen sowie im Rahmen privater Beziehungen abspielt. Andererseits ist das regionale Umfeld, die Stadt oder die "Heimat" mit ihren touristischen Attraktionen, mit ihren Festen und kulturellen Ereignissen als Teil der bürgerlichen Lebenswelt in den Bilderkatalog aufgenommen worden. Im weitesten Sinne schlägt sich schliesslich - unübersehbar - die Macht der politischen Systeme in Bildern und Texten nieder. Die chronologische Folge der Hauptrubriken macht thematische Veränderungen und Brüche sichtbar, die z.B. in Bildern aus dem Ersten Weltkrieg im Vergleich mit Vorkriegskarten zutage treten und in den beiden späteren Epochen ebenfalls deutlich zu erkennen sind.